Nadelvlies im Büro

Der Bodenbelag im Büro muss einiges aushalten. Er wird täglich von vielen Personen mit unterschiedlichstem Schuhwerk beschritten, auch schwere Möbel und die Rollen von Bürostühlen muss er abkönnen. Nebenbei soll er auch bei starker Verschmutzung leicht zu reinigen sein, professionell wirken und trotzdem für eine entspannte Atmosphäre sorgen.

Ein Belag, der all diesen Anforderungen gerecht wird, ist Nadelvlies. Diese robuste Alternative zum klassischen Teppich findet sich in großen und kleinen Büros, in Kanzleien und Kaufhäusern. Aber auch in Museen und Schulen wird es genutzt.

Darum ist Nadelvlies beliebt

Gerade in Großraumbüros ist die Belastbarkeit ein wichtiger Punkt, schließlich bedeuten viele Angestellte auch viele Schuhe, herkömmlicher Teppichboden wäre hier schnell durchgescheuert. Auch andere Werkstoffe fallen bei dem obengenannten Anforderungskatalog weg, weil sie großen Belastungen über langen Zeitraum nicht standhalten, oder weil sie nicht schmutzresistent genug sind.

Nadelvlies fällt hier nicht nur durch seine geringe Schmutzanfälligkeit positiv auf, es lässt sich auch leicht reinigen und ist besonders farbecht. Auch Mikroorganismen können diesem Bodenbelag nur wenig anhaben. Außerdem ist es in vielen Farben erhältlich, so findet jeder Betrieb ein Vlies, das zum Markenauftritt passt. Natürlich gibt es auch Modelle in zeitlosem, neutralen Grau oder melierte Variationen.

Herstellung von Nadelvlies

Üblicherweise wird Nadelvlies aus Polyamid und/oder Polypropylen hergestellt. Die Fasern kommen in großen Ballen in die Fabrik, hier werden sie sortiert und so gemischt, dass am Ende die gewünschte Farbe entsteht. Im Nadelstuhl wird der Stoff mit sogenannten Nadelbrettern, die mit vielen tausenden Nadeln bestückt sind, bearbeitet. An den Nadeln befinden sich Widerhaken, sie dringen viele Tausendmale pro Minute in den Stoff ein. Die leicht gekräuselten Fasern verhaken sich hierbei ineinander und bilden ein festes, widerstandsfähiges Gewebe.

Das fertige Vlies besteht aus einer Nutzschicht und einer Trägerschicht. Beide Schichten werden zunächst getrennt voneinander produziert. Um ein optimales Liegeverhalten und eine hohe Dimensionsstabilität des Bodenbelages zu erreichen, muss die Konstruktion der beiden Schichten genau aufeinander abgestimmt sein.

Abschließend erfolgt die Endvernadelung, hier werden Nutzschicht und Unterboden miteinander verbunden. Das bei diesem Arbeitsschritt entstehende Rohmaterial wird Nadelfilz genannt. Zum Vlies wird es, nachdem es imprägniert und getrocknet wurde.



Eigenschaften von Nadelvlies

  • Hohe Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Belastung
  • Hohe Farbechtheit
  • Geringe Wärmeleitfähigkeit
  • Sehr hohe Abriebfestigkeit
  • Einfach zu reinigen
  • Geringe elektrostatische Aufladung
  • Beständig gegenüber Mikroorganismen

So wird das Vlies verlegt

Nadelvlies kann auf allen herkömmlichen Estrichen und Trockenelementen, beispielsweise Rigips- oder Spanplaten, verlegt werden. Mit der Akklimatisierung der Vliesbahnen sollte mindestens 48 Stunden vor der Verarbeitung begonnen werden. Dabei sollte die Unterbodentemperatur 15 °C nicht unterschreiten, die Raumtemperatur muss bei mindestens 18 °C liegen. Eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 – 65 % ist optimal.

Die Bahnen müssen vollflächig mit einem emissionsarmen Dispersionsklebstoff verklebt. Das Nadelvlies wird so verlegt, dass sich die Bahnen an den Übergangsstellen etwa zwei Centimeter überlappen, anschließend werden sie so zugeschnitten, dass die beiden Bahnen direkt aneinander anliegen. Bei diesem Arbeitsschritt dürfen keine Fugen entstehen. Bereits vor dem Verkleben sollten die Bahnen im Raum ausgelegt und grob zugeschnitten werden. Dafür sollte man sich Zeit lassen und sorgsam zu Werke gehen: Nur wenn die Vliesbahnen gerade und gleichmäßig verlegt werden, entsteht ein optisch ansprechendes Ergebnis.

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